Besuch der erlebnispädagogischen Veranstaltung „Klösterliche Schreibstube“

Am Dienstag, den 30. Mai 2017, durfte die Klasse 4a zu einer klösterlichen Schreibstunde in Augsburg am Annaplatz. Sankt Anna war einmal ein katholisches Kloster, in dem sogar Martin Luther schon übernachtete. Im Vorhof des Museums wurden wir von zwei Lehrerinnen in Mönchskutten abgeholt. Als erstes besichtigten wir den Hof. Von der Biliotheka Publika, der ersten öffentlichen Bibliothek Deutschlands, ist nur noch der Sockel übrig und zu sehen. Vor der Schreibstunde durften wir auch Kutten mit großen Kapuzen anziehen und sahen alle aus wie Mönche. Nun durften wir einen Blick auf das reichverzierte Stundengebetsbuch einer Prinzessin werfen. Danach ging es noch weiter in die Vergangenheit: Uns wurde jetzt  eine römische Schreibtafel aus Wachs gezeigt und auch erklärt. Der kleine Schreibblock war deshalb mit Wachs gefüllt, weil man so das Geschriebene wieder wegradieren konnte. Außerdem erklärten uns die zwei Museumsführerinnen, dass schon die Ägypter aus einer Pflanze vom Nil einen neuen Schreibstoff hergestellt haben, Papyrus. Auch aus Tierhäuten kann man etwas herstellen, auf dem man schreiben kann. Das Pergament wurde nach der Stadt Pergamon benannt. Nachdem die beiden Frauen uns all das erklärt hatten, durften wir endlich wie die Mönche schreiben. Jedes Kind stand an einem Schreibpult, bekam Feder, Rußtinte und ein Blatt Papier mit einer großen Initiale und einem kurzen Text. Zwanzig Minuten lang durften wir den Text mit Feder und Tinte nachspuren und die Initiale ausmalen und verzieren. Als wir fertig waren, wurde uns erklärt, wie früher bei den Mönchen Bücher hergestellt und gebunden wurden. Buchdeckel und Buchrücken bestanden aus Buchenholz, daher kommt der Name Buch. Da die Mönche nicht wollten, dass jemand unerlaubt in ihren Büchern stöberte, wurden diese oft mit einem Schloss verschlossen. Wenn das Schloss klemmte, mussten die Mönche dieses aufschlagen, um das Buch wieder öffnen zu können. Deswegen sagen wir noch heute „ein Buch aufschlagen“. Wichtige Jahre für das Schreiben sind u. a.:

1802 die allgemeine Schulpflicht wurde eingeführt.

1826 wurde in England die erste Dampfmaschine für den Zeitungsdruck erfunden.

1940 erfand Konrad Zuse den ersten Rechner.

2009 wurde bei der KUKA der erste Schreibroboter erfunden.

 

                                                                                                geschrieben von Charlotte